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Wieder
standen über 20 Mitglieder der Sektion Ostschweiz auf der Teilnehmerliste der
traditionellen Bauwoche. Gerade zwei davon waren das erste Mal dabei – für die
anderen ist die Woche 26 an der Furka schon lange fester Bestandteil im Jahreskalender.
Dass einer der beiden Teilnehmer aus Holland bereits zum 15-ten Mal dabei war,
spricht für das gute Klima der Bauwoche. Wie gewohnt versprach das vollgepackte
Bauprogramm eine abwechslungsreiche Woche. Die Spuren des Endspurts – Oberwald
planmässig zu erreichen – waren erkennbar!
Wettermässig
waren alle gespannt, was sie erwartete. Die Wochen zuvor waren regnerisch und
kalt und der erste Arbeitstag mit Schnee vom vergangenen Jahr war noch in
fester Erinnerung. Der Wetterfrosch stieg jedoch am Wochenende fast sprunghaft
auf die oberste Sprosse und verharrte dort die ganze Woche. Auch der
kulinarische Einstieg in die Arbeitswoche gelang unserem Küchenteam einmal mehr
hervorragend und Marias Hotelfachkünste sicherten jedem Gast ein wohl
verdientes Bett im Blauen Haus.
Manfred
Willi begrüsste uns am Montagmorgen und erläuterte das diesjährige Bauprogramm der
bevorstehenden Woche. Für unseren Bauwochenchef Markus Staubli galt es einmal
mehr, die Arbeitskräfte geschickt auf die verschiedenen Baustellen zu
verteilen. Dass die Vegetationsbekämpfung nicht in den vordersten Rängen der
Beliebtheitsliste stand, war ihm klar, und trotzdem verstand er es,
aufzuzeigen, wie wichtig auch diese Tätigkeit für den sicheren Betrieb unserer
Dampfbahn ist.
Das Setzen
der in den letzten Jahren revidierten und neu hergestellten Wasserkränen –
einer talwärts in Gletsch und zwei in Oberwald – war dem auf Maschinenbau
spezialisierten Team zugeteilt. Millimeter-genau mussten die Teile verbohrt und
zusammengesetzt werden. Auch das fachgerechte Anschliessen an das von der
Wasserfassung gespeiste eigene Versorgungsnetz gehörte dazu.
Dampflokomotiven
wie die HG3/4 sind auf ihren Zugsfahrten stets mit dem Kamin voran unterwegs. Damit
dies auf dem letzten Streckenabschnitt so bleibt, ist auch in Oberwald eine
Drehscheibe erforderlich. Ein Grossteil des Teams, welches vor sechs Jahren in
Brig eine ausgediente Drehscheibe der Matterhorn-Gotthard-Bahn ausgebaut und
zwischenzeitlich revidiert hatte, erntete die Früchte dieser Zeit. Alle Teile
standen einbaufertig für den Transport nach Oberwald bereit. Am Dienstag fuhren
Pneukran und Tieflader der Fa. Clausen in Gletsch auf – und bereits vor
Arbeitsschluss konnte das 8 Tonnen schwere Hauptelement der Drehscheibe in der
neu erstellten Grube am neuen Ort ein erstes Mal erfolgreich gedreht werden. Bis
zum Ende der Woche waren dann auch alle Abdeckungsträger und mechanischen Teile
montiert, so dass dem Erstellen der Holzabdeckung und Legen der Anschlussgleise
in der Folgewoche nichts mehr im Wege stand. Rechtzeitig kann somit auch dieses
Bauwerk für die Eröffnung im August 2010 dem Betrieb übergeben werden.
Viel
Muskelkraft und Ausdauer waren auf der Strecke unterhalb der 'Rhonequelle'
gefragt. Galt es doch, auf einem längeren Streckenabschnitt Klemmplatten und -schrauben
zu ersetzen. Ein guter Gruppengeist gepaart mit geschickter Arbeitsweise und
zweckmässigen Hilfsmitteln half, unter sengender Hitze und auf den Knien
arbeitend das gesteckte Ziel gar noch zu übertreffen.
Ganz
unscheinbar und ohne grosse Feierlichkeiten hat eine weitere Gruppe unter der
Führung unsers bewährten Gleisbau-Profi Bruno Glutz das verbunden, was vor über
28 Jahren getrennt wurde. Mit dem von ihnen eingebauten Verbindungsgleis zur
MGB entstand erstmals wieder eine durchgehende Bergstreckenverbindung von
Oberwald nach Realp!
Auch
bereits zur Tradition geworden sind die Arbeiten des Ricklin-Teams. Ihnen
verdankt manch Fronarbeiter, dass von nun an auch im zweiten Stock des Blauen
Hauses eine Toilette existiert! Und dank dem Geschick eines Elektrofachmannes
sind nun auch in den Arbeits- und Lagerräumen zweckmässige Beleuchtungskörper
montiert.
Der
Versuch, beim Lammenviadukt mit Kernbohrungen Öffnungen für die
Versorgungsleitungen zu schaffen, scheiterte leider aus geologischen Gründen. Deshalb
muss vom Planerteam nun nach anderen Wegen gesucht werden.
Dass die
Vegetationsbekämpfung (Jäten!) ihre Früchte trägt, zeigt der Blick vom
Lammenviadukt aufwärts. War doch anfangs Woche nur schwach erkennbar, dass hier
überhaupt Geleise liegen, so präsentierte sich das Teilstück Ende Woche, wie es
einer Bahnstrecke gebührt.
Vorbereitungen
für eine neue (gewollte) Vegetation wurden in Oberwald getroffen. Dort galt es,
den Bahndamm von der Kantonsstrasse bis zur ersten Weiche im Bahnhof Oberwald
für die Begrünung herzurichten.
Weitere
Arbeiten wie Gleiskorrekturen auf der bestehenden Strecke oder Unterhalt an
Anlagen und Einrichtungen wurden ausgeführt, so dass alle Teilnehmer am Ende
der Woche auf eine ausgefüllte und unfallfreie Zeit zurückblicken konnten.
Zum
Gelingen der Bauwoche haben verschiedene weitere Dinge beigetragen. Denn wohl
kaum einer wird morgens mit den Alphornklängen von Leo geweckt und hat nach
Öffnen der Augen einen Ausblick in Richtung Rhonegletscher. Das Essen von Hans
und seiner Mannschaft war wieder einmal hervorragend und Maria sorgte stets für
Ordnung im Haus.
Mit
Genugtuung dürfen wir erkennen, mit unserer Arbeit einen weiteren Beitrag für
den Betrieb bis Oberwald geleistet zu haben. Wir wissen aber auch, dass nach
Erreichen dieses Ziels die Fronarbeit für unsere Dampfbahn nicht zu Ende sein
wird. Freuen wir uns auf ein Wiedersehen in der Bauwoche 2011 und nochmals
herzlichen Dank für die geleistete Arbeit und die kameradschaftlich schöne
Zeit.
Geisser Philipp
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